Geführte Bergwanderung im Nationalpark des Marguareis
Alpinblau Touren - Giuseppe Monteleone
Alpinblau Touren - Giuseppe Monteleone

Geführte Bergwanderung im Nationalpark des Marguareis

Bergwandern in den Ligurischen Alpen, Piemont (Italien)
Ort
Limone Piemonte, Provinz Cuneo, Italien
Dauer
6 Tage
Anspruch
Level 3
Gruppengröße
5 - 11 Personen

Beschreibung

Die Ligurischen Alpen liegen ganz am Ende des Alpenbogens​,​ der anschließend in den Ligurischen Apennin übergeht. Üblicherweise geht man im deutschen Sprachgebrauch davon aus​,​ dass es so weit im Süden keine 'richtigen' Alpen mehr gebe. Das ist jedoch falsch: Die höchsten Gipfel sind hier über 2600 Meter hoch​,​ und das vorherrschende Kalkgestein sorgt für steile Felswände​,​ tiefe Schluchten und für ein ausgeprägtes hochalpines Landschaftsbild. Eine ganz besondere Eigenschaft prägt diese Gebirgsgruppe: Von den höchsten Gipfeln​,​ die motivierten Wanderern leicht zugänglich sind​,​ gibt es besonders weite Fernsichten nach allen Seiten​,​ weil nirgendwo noch höhere Gipfel die Sicht versperren. Neben den Tiefblicken in die nahe Po-Ebene und auf das Mittelmeer sind die Fernblicke auf den gesamten Südwestalpenbogen bis hin zu Monte Rosa und Matterhorn bei klarem Wetter möglich und besonders eindrücklich. Trotz dieser Besonderheiten sind die Ligurischen Alpen touristisch kaum erschlossen​,​ und die meisten Gemeinden verlieren nach wie vor Einwohner​,​ weshalb dieser Gebirgsraum immer menschenleerer wird. Beispielsweise hat das Rifugio Quarzina erst kürzlich wieder schließen müssen und in der Ortschaft leben ganze 6 Menschen​,​ Stand 2021. Am schlimmsten trifft der Bevölkerungsverlust​,​ wie am Beispiel Quarzina zu sehen​,​ die kleinen oder schwer zugänglichen Gemeinden der zentralen Ligurischen Alpen und die Höhensiedlungen des ligurischen Hinterlandes. So verloren einige Gemeinden zwischen 1871 und heute über 80% ihrer Einwohner. Weil die Voraussetzungen für Landwirtschaft​,​ Alpwirtschaft​,​ Forstwirtschaft und für alle anderen Wirtschaftsbranchen im Hinterland der Küste und im Kernbereich der Ligurischen Alpen ziemlich ungünstig sind​,​ weil Relief und Schluchten die Erreichbarkeit mittels moderner Straßen sehr erschweren und weil der italienische Staat die Berggebiete kaum fördert​,​ sind die Ligurischen Alpen heute eine wirtschaftliche Abschließend muss noch gesagt werden​,​ dass die Ligurischen Alpen aufgrund ihrer geografischen Lage und ihrer Morphologie eine der vielfältigsten Gebirgsgruppen der Alpen sind. Die Landschaft wechselt ständig​,​ von den hohen Gipfeln des Piemont zum ligurischen Hinterland und schließlich zum Meer. Die Geschichte erzählt von Sprachinseln und Minderheiten​,​ aber auch von Kriegen und Grenzbefestigungen. Die Kunst drückt sich in ihren ältesten Formen aus.

Die hier angebotene Streckenführung führt Sie in den ‚Parco Nazionale del Marguareis‘. In sechs Tagen durchwandern wir die Ligurischen Alpen um den Gebirgsstock des Marguareis (2651m)​,​ der höchsten Erhebung der Ligurischen Alpen. Diese Tour führt auch zum zweithöchsten Punkt der Ligurischen Alpen​,​ der Punta Mongioie mit knapp 2631 Meter. Ein weiteres Highlight stellt sicherlich die Tour in der 'Grotte delle Vene' dar. Eine Höhlentour​,​ die wir zusammen mit einem einheimischen Bergführer unternehmen werden. Im Gebiet zwischen der Punta Marguareis und dem Mongioie gibt es zahlreiche Karsthöhlen unterschiedlicher Größe​,​ die seit den 1950er Jahren von Höhlengehern aus ganz Europa erforscht werden.

    Highlights

    • Colle di Tenda (1871m)
    • Punta Marguareis (2651m)
    • Passo delle Saline (2170m)
    • Punta Mongioie (2631m)
    • Grotte delle Vene (2-stündige Höhlentour mit Bergführer)

    Standort

    • Tagesbeschreibung

      • Tag 1: Colle die Tenda

        Wir treffen uns in Turin, Piemont und zwar am Bahnhof 'Porta Nuova'. Von dort fahren wir mit einem Privatbus nach Colle di Tenda (1740 m), zugleich Ausgangspunkt unserer Tour. Colle di Tenda befindet sich an der Grenze zu Frankreich. An unserem ersten Tag bleiben wir auf Höhe. Die Geschichte ist in diesen Gegenden unverkennbar erhalten geblieben und erinnert uns daran, dass sich hier einst Italiener und Franzosen gegenüberstanden. Eine Vielzahl, zum Teil gut erhaltene Bunker und Kasernen befinden sich entlang der Wege, von denen wir im weiteren Verlauf unserer Tour auch einige andere begegnen werden. Es ist eine Verabredung mit der Geschichte. Der erste Tag ist der längste der gesamten Tour. Das war leider nicht zu vermeiden gewesen, denn ansonsten hätten wir auf die erste Etappe gänzlich verzichten müssen. Freut euch auf Stille und Ruhe, das kann im Vorfeld bereits gesagt werden. Es ist eine einsame Tour, da man nicht vielen Menschen begegnen wird. Wir übernachten im Schutzhaus Don Barbera auf 2079m.

        Aufstieg750 m
        Abstieg480 m
        Strecke15 km
        Gehzeit06:00 h
        UnterkunftRifugio Don Barbera, Schutzhaus Alpenverein
        ZimmertypMehrbettzimmer
        VerpflegungHalbpension
      • Tag 2: Punta Marguareis (2651m)

        Bereits am zweiten Tag besteigen wir unseren ersten Berg, der auch Namensgeber der Gegend ist, in der wir uns befinden, la Punta del Marguareis (2651m). Die Streckenführung ist sehr angenehm, da es kontinuierlich und stetig nach oben geht. Wir gehen durch wild bewegtes grünes Schrofengelände. Der markierte Pfad führt links unter einem Hang weiter bis zu einer Einsattelung (Passo della Gaina auf 2357m) im Südrücken. Nun direkt über den breiten Felsrücken höher. Gipfelfläche und Kreuz sind nach 1:30 Stunden erreicht. Oben angekommen, begegnen wir einem atemberaubenden Panorama, mit einer Aussicht, die weit über den Horizont hinaus zu reichen scheint. Bei guten Wetterbedingungen ist der Monviso zu sehen, der mit seiner unverkennbaren Form und Gestalt alles in den Schatten stellt, was sich in seiner unmittelbaren Umgebung befindet. Neben den Tiefblicken in die nahe Po-Ebene und auf das Mittelmeer sind die Fernblicke auf den gesamten Südwestalpenbogen bis hin zu Monte Rosa und Matterhorn bei klarem Wetter möglich. Der Abstieg ins Vallone di Carnino ist sehr einsam, da wir uns für eine alte und kaum markierte Route entscheiden, die uns schließlich bis zur Porta Sestrera führt, von wo wir bereits unsere Unterkunft sehen werden, das Rifugio Garelli.

        Aufstieg660 m
        Abstieg770 m
        Strecke9 km
        Gehzeit05:00 h
        UnterkunftRifugio Garelli, Schutzhütte Alpenverein
        ZimmertypMehrbettzimmer
        VerpflegungHalbpension
      • Tag 3: Valle Ellero

        Heute folgen wir einer Streckenführung, die uns im ständigen Auf- und Ab schließlich zum Rifugio Mondovi bringen wird. Es ist die zweitlängste Etappe der Tour. Wir befinden uns im Valle Ellero. Die Landschaft des oberen Ellero-Tals weist äußerst charakteristische Merkmale auf. Das Land der Karstnatur, so wollen wir es nennen, das oft völlig frei von Bäumen ist. Unzählige Sinkhöhlen oder Karsttrichter prägen u.a. diese Gegend. Es ist eine sehr abwechslungsreiche Tour, die Wege variieren von schwer bis leicht.

        Aufstieg850 m
        Abstieg1050 m
        Strecke15 km
        Gehzeit07:00 h
        UnterkunftRifugio Mondovi, Schutzhütte Alpenverein
        ZimmertypMehrbettzimmer
        VerpflegungHalbpension
      • Tag 4: Punta Mongioie (2631m)

        Heute besteigen wir den zweithöchsten Punkt des gesamten Gebiets, Punta Mongioie (2631m). Auch von hier, bei guten Bedingungen, sehen wir den Monviso, der in seiner Dominanz seine Umgebung für sich zu beanspruchen scheint. Der Aufstieg ist ein Leckerbissen, denn wir befinden in uns auf weiter Ebene, alles grünt um uns herum, die Sonne steht auf 10 Uhr, es ist warm und in unseren Augen spiegelt sich der Antlitz eines Seekuchens. Wir folgen einer alten Route, die Markierungen sind rar, aber in diese Gegenden kommen nur selten Leute. Der Pass Saline, den wir nach ca. 2-stündigem Aufstieg erreichen, stellt ein besonderes Highlight dar, ab hier beginnt eine atemberaubende Streckenführung, die nicht von vielen begangen wird. Wer auf den Mongioie aufsteigt, der startet für gewöhnlich von der Ortschaft Viozene, aus dem Süden kommend. Wir starten vom Rifugio Mondovi, im Westen und wollen auch über die Westseite auf den Mongioie aufsteigen. Oben angekommen gibt es eine Überraschung, die ich euch jetzt vorenthalte, die euch aber entzücken wird, sobald ihr 'Sie' erblickt habt. Im weiteren Verlauf gelangen wir auf einsamen Wegen hinab zum Rifugio Mongioie, wo wir auch nächtigen werden.

        Aufstieg1020 m
        Abstieg1260 m
        Strecke14 km
        Gehzeit07:00 h
        UnterkunftRifugio Mongioie, Schutzhaus Alpenverein
        ZimmertypMehrbettzimmer
        VerpflegungHalbpension
      • Tag 5: Grotta delle Vene

        Der letzte Tag hat es nochmal in sich, denn wir begeben uns unter den Berg! Die Ligurischen Alpen sind unter anderem für ihre Karsthöhlen bekannt, das bedeutet: Das komplette Gebiet, welches wir er- bzw. durchwandern ist Karstgebiet. Oberflächenwasser sickert in das Gestein und wäscht das kalkhaltige Gestein sozusagen weg. Dadurch entstehen Sink- bzw. Karsthöhlen. An diesem Tag werden wir uns also unter den Berg begeben, und zwar in die 'Grotte delle Vene'. Dadurch wird uns der Hüttenwirt vom Rifugio Mongioie als Führer dienen, der nebst seiner Berufung als Bergführer unter anderem auch Höhlenforscher ist. Die Tour wird ungefähr zwei Stunden dauern. Im weiteren Verlauf der Tour laufen wir durch zwei Bergdörfer, Carnino inferiore und Carnino superiore, wo nur noch wenige Menschen leben. Es gibt aber auch hier immer noch Menschen, die den Zauber und die Schönheit dieser Orte in sich tragen und nicht weg gehen. Sie bleiben, wie treue Gefährten, die ihre Liebenden nicht zurück lassen wollen. Bald erwartet uns der letzte Aufstieg, der es aber nochmal in sich hat, bevor wir unseren letzten Pass, den Passo del Lagaré erreichen und uns noch ein letztes Mal von der Schönheit der Landschaft inspirieren lassen möchten. Nach einer weiteren Stunde im leichten Abstieg erreichen wir schließlich das Rifugio Porta del Sole (Tür der Sonne), wo uns Richard und seine Familie bereits erwarten.

        Aufstieg630 m
        Abstieg760 m
        Strecke11 km
        Gehzeit05:00 h
        UnterkunftRifugio Porta del Sole, Schutzhütte Alpenverein
        ZimmertypMehrbettzimmer
        VerpflegungHalbpension
      • Tag 6: Rückreise nach Turin

        Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es mit Privatbus zurück nach Turin.

    • Enthaltene Leistungen

      • Deutsch- und italienischsprachiger Bergwanderführer
      • Transfer mit Privatbus von Turin nach Colle di Tenda
      • Transfer mit Privatbus von Upega nach Turin
      • Übernachtung mit Halbpension
    • Zusatzkosten

      • An- und Abreise
      • Getränke und Mittagessen
      • Höhlentour, je nach TN-Zahl ca. 20-50 Euro
    • Anforderungen

      Kondition

      Gut, 800-1200 Hm, 7h

      Technik

      Mittelschwer, Rot

      Voraussetzung

      Anspruchsvolle Wege, exponierte Stellen mit Drahtseilen & Geländer, Trittsicherheit & Schwindelfreiheit, evtl. geringer Einsatz von Händen
    • Treffpunkt & Tour Ende

      Treffpunkt: Ort

      Bahnhof Porta Nuova, Turin

      Treffpunkt

      Bahnhof Torino Porta Nuova, Corso Vittorio Emanuele II 58, Turin, Provinz Turin 10125, Italien

      Treffpunkt: Uhrzeit

      08:00

      Ende der Tour: Ort

      Rifugio Porta del Sole

      Ende der Tour

      Upega, Briga Alta, Provinz Cuneo, Italien

      Ende der Tour: Uhrzeit

      08:00
    • Ausrüstung

      Mitzubringende Ausrüstung

      • Feste und knöchelhohe Bergschuhe
      • Rucksack 30-40 Liter
      • Soft- und Fleecejacke
      • Regenjacke (kein Poncho), Regenhose, Regenschirm
      • Isolationsjacke
      • Windjacke
      • Sonnenbrille und Sonnenschutz

      Vom Veranstalter gestellte Ausrüstung

      • Helm für den Besuch der Grotta delle Vene

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      875,00 €
      inkl. MwSt
      pro Person